Die Münzen des Königreichs Preußen von 1797 unter Friedrich Wilhelm III bis Wilhelm I - in der Zeit des Deutschen Bundes, des Zollvereins und des Norddeutschen Bundes zur zur Reichsgründung

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Numismatik: Die Münzen des Königreiches
Preußen: Friedrich Wilhelm III bis Wilhelm I

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Preußische Münzen in der Zeit des Deutschen Bundes, des Zollvereins und des Norddeutschen Bundes bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871

Die Napoleonischen Kriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts führten zur endgültigen Zertrümmerung des ohnehin zur reinen Hülle gewordenen "Heiligen Römischen Reiches". Dieses Ende des Heiligen Römischen Reiches wurde schließlich durch den Wiener Kongress besiegelt, auf dem 1815 an der Stelle des "Heiligen Römischen Reiches" nun der Deutsche Bund gegründet wurde, dem auch Preußen angehörte.

Preußen hatte unter dem seit 1797 regierenden König Friedrich Wilhelm III gegenüber Frankreich zunächst eine Neutralitätspolitik verfolgt, war dann aber 1806 in den Krieg gegen Napoleon eingetreten. Dies führte erst zur totalen Niederlage, der Besetzung Preußens und zum Verlust weiter Landesteile mit insgesamt 146.000 Quadratkilometern an das von Napoleon gegründete Königreich Westfalen. Der Wiener Kongress brachte Preußen dann dann 158.000 Quadratkilometer, darunter 20.000 qkm ehemals sächsisches Territorium, dazu Vorpommern mit Rügen, das Großherzogtum Berg, das Saarland und die Erzbistümer Köln und Trier.

Zu diesem Zeitpunkt galt noch der unter Friedrich II eingeführte Graumannsche Münzfuß, wonach aus der "Feinen Mark" (233,856 g) Silber 14 Taler geprägt wurden. Der Taler hatte 24 Groschen bzw. 288 Pfennige.

Dazu gab es auch noch in den einzelnen Provinzen des Königreiches eine regionale Prägung von Scheidemünzen, die aber nur in den jeweiligen Provinzen Gültigkeit hatten. Das Verhältnis dieser regionalen Scheidemünzen zu den Münzen des Gesamtstaates wird bereits auf der Seite "Die Münzen des Königreiches Preußen: Friedrich I bis Friedrich Wilhelm II" näher erläutert.

Auf Initiative des Staatsministers Freiherr von Stein wurde schließlich am 30. September 1821 das Münzgesetz verabschiedet, nach dem nun in allen preußischen Landesteilen eine einheitliche Währung galt. Danach wurden aus der "Feinen Mark" Silber weiter 14 Taler geschlagen. Der Taler hatte 30 Silbergroschen zu 12 Pfenningen, wodurch ein Taler nun 360 Pfenningen entsprach. Der neue Begriff "Pfenning" sollte den Unterschied zum alten Pfennig, von denen 288 auf den Taler gingen, unterstreichen. 

Am 30.Juli 1834 beschlossen die "Zollvereinsstaaten" in der Dresdener Münzkonvention, auf der Grundlage des preußischen Münzsystems den "Doppeltaler" als gemeinsame Vereinsmünze zu prägen.

Unter Wilhelm IV (1840 bis 1861) baute Preußen seine Vorherrschaft in Deutschland weiter aus. Am 7. Dezember 1849 verzichteten die Fürsten von Hohenzollern zugunsten Preußens auf ihre Landeshoheit (Sigmaringen), am 20. Juli 1853 erwarb Preußen von Oldenburg den Jadebusen, errichtete dort ab 1869 den Kriegshafen Wilhelmshaven.

Noch unter Beteiligung Österreichs kam es am 24.1.1857 zum Wiener Münzvertrag. Danach wurden nun in den Zollvereinsstaaten sowie Österreich und Liechtenstein nun aus dem Zollpfund von 500 Gramm 15 Doppeltaler bzw. 30 Taler geprägt. Der Wert der Handelsgoldmünze Krone richtete sich nach dem jeweiligen Preisverhältnis zwischen Gold und Silber.

Unter Wilhelm I (1861 bis 1888), forciert durch den 1862 zum Ministerpräsidenten berufenen Otto von Bismarck, verschärfte sich der permanente Konflikt Preußens mit Österreichs. Ziel der preußischen Politik war der Ausschluss Österreichs aus dem Deutschen Bund. Durch die Kriege gegen Dänemark (1864), der zur Einverleibung der Herzogtümer von Schleswig-Holstein führte,  sowie vor allem gegen Österreich und seine Verbündeten (1866) erweiterte Preußen seine Territorien um das Königreich Hannover, das Kürfürstentum Hessen, die Herzogtümer Nassau und Schleswig-Holstein, um die Freie Stadt Frankfurt/Main sowie Teile des Großherzogtums Hessen und des Königreiches Bayern. In dem am 18. August 1866 gegründeten von 22 nördlich des Main gelegenen deutschen Staaten gebildeten Norddeutschen Bund war Preußen die unangefochtene Hegemonialmacht, die mit dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 schließlich die Einigung aller deutscher Staaten - ohne Österreich - unter preußischer Führung erzwang. 

Die preußischen Münzen in der Zeit des Kaiserreiches finden Sie hier.

Als Literatur zu den Münzen dieser Zeit empfehle ich für den schnellen Überblick Günter Schön, Jean-Francois Cartier: Weltmünzkatalog des 19. Jahrhunderts, (hier zitiert als "Schön"), Arnold, Küthmann, Steinhilber: Großer deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute
(hier zitiert als "AKS") Erich Neumann: Brandenburg-preußische Münzprägungen unter der Herrschaft der Hohenzollern, Bd. 2 ,sowie Kurt Jaeger: Königreich Preußen 1786 - 1873 (Die Münzprägungen der deutschen Staaten vom Ausgang des alten Reiches bis zur Einführung der Reichswährung, Bd. 9).

Hier nun verschiedene Münzen der einzelnen Regenten:

Friedrich Wilhelm III (1797 - 1840):
Prägungen für den Gesamtstaat vor der Währungsreform
- 4 Groschen, 1805, Berlin (Schön, Preußen 001, AKS Preußen 023)

- 1 Taler, 1809, Berlin (Schön, Preußen 004a, AKS Preußen 010)
- 2 Friedrich d'or, 1813, Berlin (Schön, Preußen 011, AKS Preußen 001)
- 1/6 Taler, 1812, Berlin (Schön, Preußen 012, AKS Preußen 024)
- 1 Reichstaler, 1814, Berlin (Schön, Preußen 014a, AKS Preußen 011)
- 1/6 Taler, 4 Grsch., 1817, Berlin (Schön, Preußen 017, AKS Prß. 025)
- 1 Taler, 1818, Berlin (Schön, Preußen 019a, AKS Preußen 013(
Provinzialprägungen Ansbach-Bayreuth
- 1 Kreuzer, 1802, Bayreuth (Schön, Pr./An.-B. 002, AKS Pr./An.-B. 147)
Provinzialprägungen Brandenburg
- 1 Pfennig, 1802, Berlin (Schön, Pr./Br. 001)
- 1 Pfennig, 1811, Berlin (
Schön, Pr./Br. 005, AKS Pr./Br. 040)
- 2 Pfennige, 1810, Berlin (Schön, Pr./Br. 006, AKS. Pr./Br. 038)
- 1 Silbergroschen, 1800, Berlin (Schön, Pr./Br. 007
Provinzialprägungen Danzig
- 1 Schilling, 1801, Berlin (Schön, Danzig 001)
Provinzialprägungen Ostfriesland
- 1/4 Stüber, 1799, Berlin (Schön, Pr./OF 001)
Provinzialprägungen Ost- und Westpreußen
- 1 Schilling, 1810, Berlin (Schön, Pr./ O-Wpr. 003, AKS Pr./O-Wpr. 045)
Provinzialprägungen Herzogtum Posen
- 1 Groschen, 1816, Berlin (Schön, Pr./Po. 003, AKS Pr./Po. 053)
Provinzialprägungen Schlesien
- 1/2 Kreuzer, 1806, Berlin (Schön, Pr./Schl. 001, AKS Pr./Schl. 051)
Prägungen nach der Währungsreform von 1821 (Gesamtstaat)
- 1 Pfenning, 1822, Berlin (Schön, Preußen 026, AKS Preußen 035)
- 2 Pfenninge, 1822, Berlin (Schön, Preußen 027, AKS Preußen 034)
- 3 Pfenninge, 1821, Berlin (Schön, Preußen 028, AKS Preußen 033
- 4 Pfenninge, 1821, Berlin (Schön, Preußen 029, AKS Preußen 032)
- 1/2 Silbergroschen, 1827, Berlin (Schön, Pr. 031, AKS Preußen 030)
- 1 Silbergroschen, 1839, Berlin (Schön, Pr. 032, AKS Preußen 027)
- 1/6 Taler, 1822, Berlin (Schön, Preußen 033, AKS Preußen 026)
- 1 Taler, 1823, Berlin (Schön, Preußen 034, AKS Preußen 014)

Friedrich Wilhelm IV (1840 - 1861):
Prägungen für den Gesamtstaat
- 1 Pfenning, 1855, Berlin (Schön, Preußen 049, AKS Preußen 092)
- 2 Pfenninge, 1848, Berlin (Schön, Preußen 050, AKS Preußen 091)
- 3 Pfenninge, 1854, Berlin (Schön, Preußen 051, AKS Preußen 090
- 4 Pfenninge, 1855, Berlin (Schön, Preußen 052, AKS Preußen 089)

- 1/2 Silbergroschen, 1849, Berlin (Schön, Pr. 053, AKS Preußen 087)
- 1 Silbergroschen, 1845, Düsseldorf (Schön, Pr. 054, AKS Preußen 085)
- 2 1/2 Silbergroschen, 1843, Berlin (Schön, Pr. 055, AKS Preußen 083)
- 1/6 Taler, 1843, Berlin (Schön, Preußen 056, AKS Preußen 080)
- 1 Ausbeutetaler, 1847, Berlin
(Schön, Preußen 060, AKS Preußen 075)
- 2 Vereinstaler, 1844, Berlin
(Schön, Preußen 061, AKS Preußen 069)
- 1/2 Silbergroschen, 1856, Berlin
(Schön, Pr. 067, AKS Preußen 088)
- 1 Silbergroschen, 1855, Berlin (Schön, Pr. 068, AKS Preußen 086)
- 2 1/2 Silbergroschen, 1853, Berlin (Schön, Pr. 069, AKS Preußen 084)
- 2 Vereinstaler, 1855, Berlin (Schön, Preußen 073, AKS Preußen 070)
- 1 Vereinstaler, 1860, Berlin (Schön, Preußen 078, AKS Preußen 078)
- 1 Ausbeutetaler, 1858, Berlin (Schön, Preußen 079, AKS Preußen 079)
Prägungen für Hohenzollern-Simaringen
- 1 Kreuzer, 1852, Berlin (Schön, Hoh.-Sig. 013, AKS Hoh.-Sig. 024)

Wilhelm I (1861 - 1888, ab 1871 Deutscher Kaiser):
- 1 Krönungstaler, 1861, Berlin (Schön, Preußen 083, AKS Preußen 116)
- 1 Pfenning, 1864, Berlin (Schön, Preußen 084, AKS Preußen 108)
- 2 Pfenninge, 1870, Berlin (Schön, Preußen 085, AKS Preußen 107)
- 3 Pfenninge, 1870, Berlin (Schön. Preußen 086, AKS Preußen106)
- 4 Pfenninge, 1868, Frankfurt/M. (Schön, Preußen 087, AKS Pr. 105)
- 1/2 Silbergroschen, 1872, Berlin (Schön, Preußen 088, AKS Pr. 104)
- 1 Silbergroschen, 1866, Berlin (Schön, Preußen 089, AKS Pr. 103)
- 21/2 Silbergroschen, 1864, Berlin (Schön, Preußen 090, AKS Pr. 102)
- 1/6 Taler, 1861, Berlin ((Schön, Preußen 091, AKS Preußen 100)
- 1 Ausbeutetaler, 1862, Berlin (Schön, Preußen 093, AKS Preußen 098)
- 1 Vereinstaler, 1867, Berlin (Schön, Preußen 098, AKS Preußen 099)
- 1 Vereins- Siegestaler 1866, Berlin (Schön, Preußen 100, AKS Pr. 117)
- 1 Siegestaler 1871, Berlin (Schön, Preußen 101, AKS Preußen 118)

 

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