Die Münzen des Staates Vatikanstadt, Münzen des Kirchenstaates, des Patrimonium Petri, der Päpste, Centesimi und Lire

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Die Münzen des Staates Vatikanstadt, Münzen des Kirchenstaates, des Patrimonium Petri, der Päpste

Der Kirchenstaat, dessen Oberhaupt der jeweilige Papst ist, beruht auf der so genannten Pippinschen Schenkung, dem Pakt von Quierzy, wonach dem Bischof vom Rom als Oberhaupt der Kirche die Herrschaft über Rom und das Exarchat Ravenna zugesprochen wurde. 1378 wurde der Mons Vatikanus, einer der sieben Hügel von Rom, dient seit 1378 als ständiger römischer Wohnsitz der Päpste, wurde damit zum Zentrum des Kirchenstaates, des Patrimonium Petri.

Das ganze Mittelalter über übte der Kirchenstaat eine erhebliche weltliche Macht aus, teils als Partner, mehr aber noch als Gegenspieler des  Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, das immer wieder Feldzüge nach Italien unternahmen, meist mit der Begründung, das Papsttum schützen zu müssen, Teile des Landes dem Deutschen Reich einverleibten, ohne dort allerdings wirklich die Herrschaft ausüben zu können. In diesem Spannungsverhältnis entwickelten sich an den Grenzen des Kirchenstaates reiche und mächtige Stadt-Staaten, die - wie etwa Florenz, Venedig oder Genua - weite Teile des Mittelmeeres beherrschten, auch sie teilweise mit dem Kirchenstaat verbündet, teilweise in Rivalität stehend. Unter Papst Julius II (1503 bis 1513 erreichte der Kirchenstaat seine größte territoriale Ausdehnung.

Die französische Revolution läutete das Ende der italienischen Teilstaaten und auch das Ende der weltlichen Macht des Kirchenstaates ein. Napoleon I besetzte mit seinen Truppen Italien, verleibte Teile des Landes direkt in sein Kaiserreich Frankreich ein, säkularisierte den Kirchenstaat.  Mit dem Sturz Napoleons wurden zwar überall die alten Verhältnisse restauriert - aber die nationalen Bestrebungen, die auf die Einheit des Landes abzielten, setzen sich immer weiter durch.

1870 besetzen Truppen des neu gegründeten Königreichs Italien Rom, machen es zur italienischen Hauptstadt - setzen der Geschichte des souveränen Kirchenstaates damit ein vorläufiges Ende. Erst in den Lateranverträgen von 1929 erkannte die Italien die Souveränität des Papstes über den Vatikan - eine Fläche von 0,44 Quadratkilometern im Stadtgebiet von Rom sowie dem Castel Gondolfo, der Sommerresidenz des Papstes - an. Damit war der Kirchenstaat nun als souveräner Vatikanstadt wieder erstanden.

Die Währungen des Kirchenstaates standen immer in Verbindung zu den anderen in Italien gültigen Währungen, vor der Umstellung auf den Euro galt also im Vatikan ab 1866 die Lira, ursprünglich unterteilt in 20 Soldi bzw. 100 Centesimi. Bis 1866 galten 100 Baiocchi (ein Baiocco hatte 6 Quattrini für einen Scudo. 

Prägestätten des Kirchenstaates waren unter anderem Bologna, Ferrara, Parma, Ravenna und Rom.

Hier nun ein Verzeichnis der münzprägenden Päpste und einige ihrer Münzen aus der Zeit vor dem Euro:

Sixtus IV (Francesco della Rovere), 1471 - 1484
Innozenz VIII (Giovanni Battista Cybo), 1484 - 1492
Alexander VI (Rodrigo Borgia), 1492 - 1503
Pius III (Francesco Todeschini Piccolomini), 1503
Julius II (Guliano della Rovere), 1503 - 1513
Leo X (Giovanni de Medici), 1513 - 1521
Hadrian VI (Adrian Florensz), 1522/23
Clemens VII (Giulio de Medici), 1523 - 1534
Paul III (Alessando Farnese)), 1534 - 1549
Julius III (Giovanno Maria Ciocchi del Monte), 1550 - 1555
Marcellus II (Macello Cervini), 1555
Paul IV (Giampietro Carafa), 1555 - 1559
Pius IV  (Giovannangelo de Medici), 1559 - 1565
Pius V (Antonio Michele Ghislieri), 1566 - 1572
Gregor XIII (Ugo Buoncompagni), 1572 - 1585
Sixtus V (Felice Piretti), 1585 - 1590
Urban VII (Giovanni Battista Castagna), 1590
Gregor XIV (Nicolo Sfondrati), 1590/91
Innozenz IX (Giovanni Antonio Facchinetti della Noce), 1591
Clemens VIII (Ippolito Aldobrandini), 1592 - 1605
Paul V (Camillo Borghese), 1605 - 1621
Gregor XV (Alessando Ludovisi), 1621 - 1623
Urban VIII (Maffeo Barberin), 1623 - 1644
Innozenz X (Giovanni Battista Pamphili), 1655 - 1655
Alexander VII (Fabio Chigi), 1655 - 1667
Clemens IX (Giulio Rospigliosi), 1667 - 1669
Clemens X (Emilo Altieri), 1670 - 1676
Innozenz XI (Benedetto Odescalchi), 1676 -1689
Alexander VIII (Pietro Ottoboni), 1689 - 1691
Innozenz XII (Antonio Pignatelli) 1691 - 1700
Clemens XI (Gianfrancesco Albani), 1700 - 1721
Innozenz XIII (Michelangelo Conti), 1721 - 1724
Benedikt XIII (Pier Francesco Orsini), 1724 - 1730
Clemens XII (Lorenzo Corsini), 1730 - 1740
Benedikt XIV (Prospero Lambertini), 1740 - 1758
Clemens XIII (Carlo Rezzonico), 1758 - 1769
Clemens XIV (Gian Vincenzo Antonio Lorenzo Gaganelli), 1769 - 1774
Pius VI (Giovanni Angelo Braschi), 1775 1799
Pius VII (Luigi Branaba), 1800 - 1823
Leo XII (Annibale Sermattei), 1823 - 1829
Pius VIII (Francesco Saverio Castiglioni), 1829/30
Gregor XVI (Mauri Cappellari della Colomba), 1831 - 1846
Pius IX (Giovanni Maria Mastai Ferreti), 1846 - 1870
Keine Münzprägungen mehr bis 1929
Pius XI (Achille Ratti), 1922 - 1939
Pius XII (Eugenio Pacelli), 1939 - 1958
20 Centesimi, 1942 (Schön 20, Vatikanstadt 023)
50 Centesimi, 1942 (Schön 20, Vatikanstadt 024)
1 Lira, 1942 (Schön 20, Vatikanstadt 025)
2 Lire, 1942 (Schön 20, Vatikanstadt 026)
Johannes XXIII (Angelo Giuseppe Roncalli), 1958 - 1963
Paul VI (Giovanni Battista Montini), 1963 - 1978
50 Lire, 1964 (Schön 20, Vatikanstadt 073)
Johannes Paul I (Albino Luciani), 1978
Johannes Paul II (Karol Jozef Wojtyla), 1978 - 2005

Obwohl nicht selbst Mitglied der Europäischen Union führte der Vatikan wegen seiner Währungseinheit mit Italien am 1. Januar 2002 den Euro als neue Landeswährung ein.

Hier einige Euro-Münzen des Vatikan:

Euro-Münzen des Vatikan

 

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